Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS): Was steckt wirklich dahinter?
Das Polyzystische Ovarialsyndrom – kurz PCOS – gehört zu den häufigsten hormonellen Erkrankungen bei Frauen im gebärfähigen Alter. Trotzdem dauert es oft lange, bis die Diagnose gestellt wird. Viele Frauen berichten von einem unregelmäßigen Zyklus, Hautveränderungen oder einem unerfüllten Kinderwunsch, ohne zu wissen, was dahintersteckt. Dieser Artikel erklärt, was PCOS wirklich bedeutet, wie die Diagnose zustande kommt und welche Möglichkeiten es gibt, gut damit umzugehen.
Was ist das Polyzystische Ovarialsyndrom?
Das Polyzystische Ovarialsyndrom ist eine hormonelle Erkrankung, bei der mehrere Regulationsmechanismen im Körper aus dem Gleichgewicht geraten. Es betrifft nicht nur die Eierstöcke, sondern auch den Hormonhaushalt und den Zuckerstoffwechsel.
Trotz des Namens handelt es sich nicht um echte Zysten an den Eierstöcken. Was im Ultraschall wie Zysten aussieht, sind Eibläschen, die sich nicht vollständig weiterentwickelt haben. Das ist ein wichtiger Unterschied – denn manche Frauen haben dieses Bild im Ultraschall, ohne PCOS zu haben. Und andere haben PCOS, ohne dass es im Ultraschall auffällt.
Entscheidend ist immer das Gesamtbild: Zyklus, Beschwerden und Hormonwerte zusammen.
Wie wird PCOS diagnostiziert?
PCOS ist keine Diagnose, die sich auf einen Blick stellen lässt. Bevor sie gesichert werden kann, müssen andere Ursachen für ähnliche Beschwerden ausgeschlossen werden – zum Beispiel Schilddrüsenerkrankungen oder andere hormonelle Veränderungen.
Die Diagnose stützt sich auf drei typische Merkmale. Wenn mindestens zwei davon zutreffen, kann PCOS vorliegen:
- Unregelmäßiger oder ausbleibender Eisprung
- Erhöhte männliche Hormone – erkennbar etwa an Akne oder vermehrter Körperbehaarung
- Ein typisches Erscheinungsbild der Eierstöcke im Ultraschall
Nicht jede Frau hat alle drei Merkmale. Deshalb gehört zu einer sorgfältigen Abklärung ein ausführliches Gespräch über Zyklus, Hautveränderungen, Gewicht und einen möglichen Kinderwunsch – ergänzt durch Blutuntersuchungen und eine Ultraschalluntersuchung. Gerade bei jungen Frauen ist es wichtig, die Situation in Ruhe einzuordnen, ohne vorschnell Festlegungen zu treffen.
Wenn Sie den Verdacht haben, dass PCOS hinter Ihren Beschwerden stecken könnte, können Sie in der Hormonsprechstunde bei Elisa Mahlberg eine individuelle Einordnung erhalten.
PCOS und Insulinresistenz: Der Stoffwechsel spielt eine Rolle
Nach aktuellem medizinischem Wissensstand spielt eine verminderte Insulinwirkung – Insulinresistenz – bei den meisten Frauen mit PCOS eine wesentliche Rolle. Das gilt auch für Frauen, die nicht übergewichtig sind.
Insulin ist ein Hormon, das den Blutzucker reguliert. Wenn der Körper schlechter darauf reagiert, produziert er mehr davon. Ein erhöhter Insulinspiegel kann wiederum die Bildung männlicher Hormone fördern und Zyklusstörungen verstärken. Deshalb ist PCOS nicht allein eine hormonelle Frage, sondern eng mit dem Stoffwechsel verbunden.
Eine Einschätzung des Zuckerstoffwechsels ist deshalb Teil einer vollständigen Abklärung.
Was Sie selbst beeinflussen können
Auch wenn PCOS eine hormonelle Erkrankung ist, können Veränderungen im Alltag den Verlauf positiv beeinflussen. Es geht dabei nicht um Perfektion oder strenge Regeln, sondern um realistische Schritte, die sich langfristig einhalten lassen.
Ernährung: Eine ausgewogene, regelmäßige Ernährung kann helfen, den Zuckerstoffwechsel zu stabilisieren. Starke Blutzuckerschwankungen zu vermeiden – durch regelmäßige Mahlzeiten, ausreichend Eiweiß und ballaststoffreiche Lebensmittel – kann sich positiv auswirken. Es gibt keine spezielle PCOS-Diät. Entscheidend ist ein Weg, der zum eigenen Alltag passt.
Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität kann die Insulinwirkung verbessern und sich positiv auf Zyklus und Wohlbefinden auswirken. Auch moderate Bewegung ist hilfreich.
Gewicht: PCOS ist keine Folge von Übergewicht. Übergewicht kann Beschwerden verstärken, muss aber nicht vorliegen. Auch normalgewichtige Frauen können PCOS haben und profitieren von einer individuellen Begleitung.
Behandlungsmöglichkeiten bei PCOS
PCOS lässt sich nicht vollständig beseitigen, aber sehr gut begleiten. Ziel ist es, Beschwerden zu lindern, den Zyklus zu stabilisieren und langfristige Risiken zu senken. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt von der jeweiligen Situation ab.
Wenn kein Kinderwunsch besteht und vor allem Zyklusstörungen oder Beschwerden durch erhöhte männliche Hormone im Vordergrund stehen, kann eine hormonelle Therapie sinnvoll sein. Ziel ist es, den Zyklus zu stabilisieren und die Gebärmutterschleimhaut regelmäßig zu entlasten. Als Orientierung gilt: Es sollte spätestens alle drei bis vier Monate zu einer Blutung kommen – spontan oder durch eine gezielte Behandlung unterstützt.
Ob ein Medikament wie Metformin – ein Wirkstoff, der ursprünglich für die Behandlung von Diabetes entwickelt wurde und bei PCOS die Insulinwirkung verbessern kann – sinnvoll ist, hängt von der individuellen Situation ab. Die Entscheidung wird immer gemeinsam und ärztlich begleitet getroffen.
Mehr zur PCOS-Behandlung bei Elisa Mahlberg erfahren Sie auf der entsprechenden Leistungsseite.
PCOS und Kinderwunsch
PCOS kann den Kinderwunsch erschweren – bedeutet aber nicht, dass eine Schwangerschaft unwahrscheinlich ist. PCOS gehört zu den häufigsten und zugleich gut behandelbaren Ursachen eines unerfüllten Kinderwunsches.
Viele Frauen werden mit gezielter Unterstützung schwanger. Entscheidend sind eine individuelle Einschätzung, Geduld und eine Begleitung, die zur eigenen Lebenssituation passt.
Wenn Kinderwunsch ein Thema für Sie ist, bietet die Kinderwunschsprechstunde einen guten Einstieg für ein erstes Gespräch.
Warum eine Begleitung langfristig sinnvoll ist
Unbehandeltes PCOS kann langfristig das Risiko für Stoffwechselstörungen, Bluthochdruck und veränderte Blutfettwerte erhöhen. Bei sehr seltenen Blutungen können zudem Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut entstehen.
Regelmäßige Kontrollen helfen, diese Risiken frühzeitig zu erkennen und zu reduzieren. Eine gute Begleitung ist deshalb auch dann sinnvoll, wenn aktuell keine akuten Beschwerden bestehen.
Im Rahmen der gynäkologischen Betreuung bei Elisa Mahlberg in Dormagen lässt sich PCOS langfristig und individuell begleiten.
Fazit: PCOS ist individuell – und gut begleitbar
Das Polyzystische Ovarialsyndrom ist eine Erkrankung, die sich bei jeder Frau anders zeigt. Es gibt keine Therapie, die für alle passt. Entscheidend ist, gemeinsam den Weg zu finden, der zur jeweiligen Lebenssituation passt – mit realistischen Zielen und einer Begleitung, die individuell auf Sie eingeht.
Wenn Sie Fragen zu PCOS haben oder eine Abklärung wünschen, können Sie jederzeit einen Termin vereinbaren.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): Leitlinie zum Polyzystischen Ovarialsyndrom, AWMF-Registernummer 015-088
- Teede HJ et al.: Recommendations from the international evidence-based guideline for the assessment and management of polycystic ovary syndrome. Human Reproduction, 2018; 33(9): 1602–1618
- European Society of Human Reproduction and Embryology (ESHRE): PCOS Guideline, 2023. Verfügbar unter: www.eshre.eu
Zuletzt medizinisch geprüft am von Elisa Mahlberg
Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und ersetzt keine medizinische Diagnose oder den Besuch in der Praxis. Bei akuten Beschwerden vereinbaren Sie bitte einen Termin.
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